Close

ABC-ruhrort -I

[Status]   1. Begriffe | 2. Text | 3. Illustration | 4. Schautafel


1.

Itze | ISPS-Gelände International Ship and Port Facility Code), " In Gottes Namen" Binnenschiffergruß | Insel | Isolierbecken | Itze | international, ideenreich | interessant | "In Gottes Namen", "Inspektoren Ring", "Itze" | Imperial Shipping Holding | Immobilienmanagement | Initiativen, Ingress-Hochburg, International, Integration | Itze | Itze | Insel | Irre | Inklusion | Improvisierte Musik | Impuls

 


2.

Ruhrort ist eine Insel. Instabil nur verbunden mit dem restduisburger Festland.

Das Inselige lässt hier (nicht) Geschehendes intensiver erleben und erkennen: Stillstand und (langsame) Bewegung, Langeweile und Ereignis, Internationalität (früher) und ihr Fehlen (heute), Ignoranz, Idiosynkrasien und idealistische Engagements der Insulaner*innen. Und irre schöne Sonnenuntergänge. Noch.

Und es ermöglicht Experimente: jüngst für top down initiierte oder intensivierte Bottom-up-Strategien zur Quartiers-Entwicklung durch kulturelle Impulse. In Ruhrort – nicht ohne Ironie – u.a. mittels Improvisierter Musik.

Doch Kunst und ein gutes Leben sind nicht Selbstzweck. Es geht um Investitionen in die Immobilien der Insel. Ruhrort als Ibiza oder zumindest als Kaiserswerth von Duisburg. Vorwärts zu rückwärtig idealisierten Zeiten, als Schiffer in Ruhrort Millionäre waren. Die involvierten Kunst- und Kulturaktiven vertrauten auf die Trägheit der Ruhrorter*innen und darauf, dass in Duisburg eh nix funktioniert.

Doch plötzlich: Investor*innen ante portas! Oder sie sind schon hier. Die Gerüchte köchelten: "In Ruhrort entstehen Loft-Wohnungen? Wo denn, in Hinterhäusern? Ach, die hab ich eh nie gesehen." Manche wussten mehr: "Ein Groß-Investor! Ein Fürst!". Fakt ist: Die Immobilienpreise in Ruhrort haben sich seit 2014 nahezu verdoppelt.

Die improvisierenden Musiker*innen packte ihr Gewissen. Und sie nahmen sich damit sehr wichtig. Bis jemand sie auf die Zinspolitik der EZB hinwies.

Weiterhin skeptisch, gingen sie zum Itze. Sie trinken ihr Bier seitdem nur noch in dieser immer schon urigsten Kneipe Ruhrorts, im immobilen Altbestand.

Hier auch hörten sie von den jüngsten Investitionsplänen duisports: Eine aus tumben Montagehallen gebaute Mauer auf der Mercatorinsel wird die Abendsonnenseite Ruhrorts nachhaltig zerstören und damit auch jede Gentrification-Idee.

Glück gehabt. Nicht schuldig. In Gottes Namen.

Stefan Schroer

 


3. Illustration:


4. Schautafel:


Loading...
Loading...